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Studien


Von guten Mächten
 
  Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag;
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.
   


Anmerkungen zum Autor

Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) war deutscher evangelischer Theologe und seit 1935 Direktor des Prediger-Seminars der Bekennenden Kirche in Finkenwalde. Nach Ansicht der Bekennenden Kirche sind Christentum und NS-Rassenideologie miteinander unvereinbar. Bonhoeffer wurde als Widerstandskämpfer (Erkundung einer ehrenhaften deutschen Kapitulation in Schweden) am 9.4.1945 im KZ Flossenbürg hingerichtet.

Eine ausführlichere Biographie findet man z.B. unter http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BonhoefferDietrich/.


Anmerkungen zum Spruch

Zunächst einmal folgt der Wortlaut des Gedichtes in seiner vollständigen Fassung.


 


Von guten Mächten

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das du uns bereitet hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Laß warm und still die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht.
Führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so laß uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag;
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiß an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer



Die Lebensweise und speziell dieses Gedicht von Bonhoeffer enthalten eine beeindruckende Lektion für uns alle, durch die wir etwas über unsere Ziele als Christen lernen können. Wichtig bei der Betrachtung des Gedichtes sind die Lebensumstände des Autors bei seiner Entstehung. Es wurde im Dezember 1944 während der Haft verfaßt, nachdem Bonhoeffer schon zwei Jahre im Gefängnis verbrachte und wohl auch wußte, daß er mit seiner Freilassung nicht rechnen konnte.

Trotz der äußeren Umstände ist dieses Gedicht geprägt von einer absoluten Gewißheit der Gegenwart und Nähe Gottes und einem unerschütterlichen Vertrauen auf Gottes Hilfe. Es vermittelt eine Atmosphäre der Wärme und Geborgenheit, so daß wir uns Gott als einen warmherzigen, fürsorglichen Vater vorstellen können, der in Notzeiten unsere Wunden heilt und uns wieder festen Grund verschafft.

Der Gesamteindruck des Gedichtes erinnert an die Frucht des Geistes, so wie sie in Galater 5, 22 beschrieben wird.

Einige dieser Früchte werden nun genauer untersucht.

Liebe:
Der Autor will seiner Familie und den Mithäftlingen Trost, Ermutigung und vor allem auch Wärme und Geborgenheit vermitteln. Deshalb benutzt der Autor die Pronomen des Plurals "wir" und "uns". Hier ist jemand, der aus innerer Not schreibt, und dennoch selbstlos besorgt ist um das Wohl anderer.
Geduld:
Der Autor erwartet in gelassener Haltung die Zukunft, unabhängig davon, was sie für ihn bereithält. Er erwartet nicht ungeduldig eine Wende in seinem Schicksal (Kehrvers der letzten Strophe, Strophe 3). Geduldige ertragen Schwierigkeiten mit Gelassenheit. Widrigkeiten und Belastungen werfen sie nicht so rasch um.
Freude:
Die Freude des Autors ist unabhängig von den äußeren Umständen und äußert sich im Lobpreis (Strophen 4 und 6). Beim Lobpreis schauen wir von uns selbst weg und bringen unsere Liebe und Freude über unseren Herrn zum Ausdruck. Auch erinnern wir uns daran, was Gott uns jeden Tag Gutes tut und danken ihm dafür.
Friede:
Der gesamte Wortlaut des Gedichtes läßt auf den tiefen inneren Frieden des Autors schließen. Er hadert nicht mit Gott oder seinem Schicksal. Gegenüber den Verantwortlichen seiner unrechtmäßigen Gefangennahme drückt er keine negativen Gefühle aus. Er will weder Bitterkeit noch Groll in sich aufkommen lassen.
Treue (und Vertrauen):
Der Autor fühlt und schätzt die Treue Gottes (Von guten Mächten treu und still umgeben...). Wer die Treue einer Person zu schätzen weiß, ist auch selbst treu. Gottes Treue ist Grund und Voraussetzung des menschlichen Vertrauens zu ihm (Psalm 31, 6).


Was aber können wir tun, damit die von Paulus erwähnten Eigenschaften in unserem Leben besser zur Auswirkung kommen?

Bei unserer Bekehrung (Taufe) erhalten wir die Gabe des heiligen Geistes. Jemand, der gerade anfängt, Gott sein Leben anzuvertrauen, sollte nicht entmutigt sein, wenn er noch nicht so große Auswirkungen in seinem Leben sieht. Eine Frucht ist das Endresultat eines Wachstumsprozesses; sie braucht somit Zeit zum Reifen. Wir sind noch nicht vollkommen und werden immer wieder Fehler machen, die uns hinterher leid tun. Insgesamt betrachtet aber soll es mit uns vorangehen.

Wir wollen einmal das Bild mit der Frucht genauer betrachten. Hier gilt das Sprichwort: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Christus selbst kann auch als Baumstamm (Weinstock) bezeichnet werden, nämlich als Baum des Lebens. Und dieser bringt reichlich viele geistliche Früchte hervor: "Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben. Wer in mir lebt, so wie ich in ihm, der bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts vollbringen (Johannes 15,5)." Die Früchte des Geistes wachsen, wenn wir nahe bei Christus bleiben (wie die Reben beim Weinstock) und somit dem heiligen Geist in uns und in unserem Leben Raum geben. Dann erwachsen die christlichen Eigenschaften nicht aus Leistungsdruck, sondern aus innerer Überzeugung.

Wie aber können wir dem heiligen Geist in unserem Leben mehr Raum geben? Wie stark die von Paulus erwähnten Eigenschaften in unserem Leben zur Auswirkung kommen, hängt von der Tiefe, der Intensität und Qualität unserer Verbindung zu Christus ab: Christus sollte im Mittelpunkt unseres Lebens stehen. Unsere Beziehung zu Christus können wir festigen durch wirksames Gebetsleben, wachsendes Verständnis des Wortes Gottes, Vertrauen zu Gott in allen Einzelheiten unseres Lebens und durch christliches Denken (Philipper 4, 8), Reden (Psalm 15, 2-3; Psalm 34, 14; Psalm 37, 30; Psalm 51, 16; Sprüche 12, 18; Sprüche 31, 26; 1. Petrus 3, 10) und Handeln (Johannes 14, 21 und 23; Jakobus 2, 14-26; Philipper 3, 12; Hebräer 12, 14).

Zum Abschluß noch ein wichtiger Punkt. Unsere Liebe zu Gott und unseren Mitmenschen läßt uns unsere Schuld aber auch deren Vergebung stärker vor Augen treten (Lukas 7, 47). Je mehr wir uns unserer Schuld bewußt werden, desto mehr erkennen wir Gottes Liebe, Erbarmen und Gnade uns gegenüber. Unsere aus Dankbarkeit wachsende Liebe zu Gott wurzelt in dem immer tiefer werdenden Bewußtsein von Gottes Größe und seinem unerschöpflichen Erbarmen uns gegenüber. Ohne dieses göttliche Erbarmen stünden wir alleine und verloren in unserem Elend dar.

"Der HERR ist voll Liebe und Erbarmen, voll Geduld und unendlicher Güte. Er klagt nicht immerfort an und bleibt nicht für alle Zeit zornig. Er straft uns nicht, wie wir es verdienten, unsere Untaten zahlt er uns nicht heim. So unermeßlich groß wie der Himmel ist seine Güte zu denen, die ihn ehren. So fern der Osten vom Westen liegt, so weit entfernt er die Schuld von uns. Wie ein Vater mit seinen Kindern Erbarmen hat, so hat der HERR Erbarmen mit denen, die ihn ehren." (Psalm 103, 8-13)

-- Barbara Höffken und Paul Kieffer


Gott baut ein Haus

Gott baut ein Haus, das lebt;
wir selber sind die Steine,
sind große und auch kleine,
du, ich und jeder Christ.

Gott baut ein Haus, das lebt
aus ganz, ganz vielen Leuten,
die in verschiednen Zeiten
hörten von Jesus Christ.

Gott baut ein Haus, das lebt;
er sucht in allen Ländern
die Menschen zu verändern,
wie’s dafür passend ist.

Gott baut ein Haus, das lebt.
Er selbst weist dir die Stelle
in Ecke, Mauer, Schwelle,
da, wo du nötig bist.

Gott baut ein Haus, das lebt;
er gibt dir auch das Können,
lässt dir den Auftrag nennen,
damit du nützlich bist.

Gott baut ein Haus, das lebt.
Wir kennen seinen Namen
und wissen auch zusammen,
dass es die Kirche ist.

Waltraut Osterlad



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Internet: Vergleich von Bibelübersetzungen

Wer verschiedene Bibelübersetzungen miteinander vergleichen will, muß nicht mehr vier dicke Bücher über den Schreibtisch verteilen. Lutherbibel, Elberfelder Bibel, Hoffnung für alle und Gute Nachricht sind im Internet jeweils in der neuesten Version auf einer Homepage zu finden: http://www.bibleserver.com.

Die Webseite ermöglicht den kostenlosen Zugriff auf alle 100.000 Bibelverse mit rund 3.000 Fußnoten. Projektleiter Jörg Dechert erläutert: "Die Online-Bibel ist sowohl für den Laien, der nur schnell einen Bibelvers nachschlagen will, als auch für den Pastor interessant, der bei der Predigtvorbereitung intensiv die Volltextsuche oder den Übersetzungsvergleich nutzt." Möglich ist auch die Verwaltung eigener Notizen sowie deren Austausch mit anderen Benutzern.

-- aus FAMILY (Das christliche Magazin für Partnerschaft und Familie)




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