United Church of God

an International Association

 

Clyde Kilough
Vorsitzender

Roy Holladay
Präsident        

Brief vom Präsidenten der UCG
13. Dezember 2002

 Liebe Geschwister!

Apostelgeschichte 2, Vers 38-39 ist eine bekannte und wichtige Schriftstelle bezüglich der Geschichte der neutestamentlichen Kirche. In diesen Versen spricht Petrus über die Notwendigkeit von Reue und Taufe, um den heiligen Geist, den Jesus Christus versprochen hat, zu empfangen. Er weist darauf hin, daß diese Versprechen seinen Zuhörern, ihren Kindern und allen gilt, die Gott rufen würde.

Was veranlaßte Petrus zu dieser Aussage? Hier ist eine wichtige Lektion zu lernen. In Vers 14 bis 36 gibt Petrus eine mächtige Predigt über Jesus Christus, den heiligen Geist und das Reich Gottes. In Vers 37 lesen wir: „Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?“ (alle Hervorhebungen durch mich). Erst nach dieser Reaktion der Zuhörer erzählt Petrus ihnen von der Notwendigkeit der Reue und der Taufe.

Welche Lektion können wir daraus lernen? Gottes Wort und die Botschaft Petrus‘ hatten ihr Herz gerührt und sie zur Handlung inspiriert. Sie waren motiviert und verschwendeten keine Zeit, ihre Motivation auszuführen! Im Verlaufe des Tages ließen sich 3000 Menschen taufen (Vers 41). Gott fügte täglich weitere hinzu (Vers 47). Die Predigt von Petrus und die Schriftstellen, die er aus dem Alten Testament zitierte, verursachten, daß diese Menschen ihr Leben völlig veränderten.

Wenn wir am Predigen des Evangeliums direkt beteiligt sind oder Predigten, Kurzpredigten oder Bibelstudien geben, ist es dann auch der Fall, daß unsere Botschaften unsere Zuhörer zur Tat inspirieren? Wenn wir einer Botschaft zuhören oder Gottes Wort lesen, erlauben wir dem heiligen Geist, uns zu lebensverändernden Handlungen zu motivieren?

Die Bibel hat eine Menge über unser Herz zu sagen, daß es so werden soll wie das von Jesus Christus. Beachten Sie diese Schriftstellen.

·        5. Mose 4,29: „Wenn du aber dort den HERRN, deinen Gott, suchen wirst, so wirst du ihn finden, wenn du ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele suchen wirst.“

·        5. Mose 5,29: „Ach daß sie ein solches Herz hätten, mich zu fürchten und zu halten alle meine Gebote ihr Leben lang, auf daß es ihnen und ihren Kindern wohlginge ewiglich!“

·        5. Mose 6,4-6: „Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR allein. Und du sollst den HERRN, deinen Gott, liebhaben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen.“

·        2. Chronik 12,14: „Aber er tat übel und richtete sein Herz nicht darauf, daß er den HERRN suchte.“

·        Galater 4,6: „Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater!“

·        Epheser 3,17:„... daß Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid.“

Wir können aus diesen Schriftstellen erkennen, daß sich Gott selbst zu alttestamentlichen Zeiten eine Familie wünschte, deren Herz darauf aus war, ihm zu folgen. Selbst die physische Beschneidung wies auf die notwendig Herzensänderung hin, um ein Kind Gottes sein zu können (5. Mose 10,16; Römer 2,28-29). Indem der heilige Geist in unserem Herz wohnt, können wir zu göttlichen Handlungen bewegt werden — wenn wir diesen Geist wach halten und regelmäßig erneuern (Epheser 4,23; 2. Timotheus 1,6).

In dem Nachschlagewerk Vine’s Expository Dictionary of Old and New Testament Words finden wir bezüglich des Wortes „Herz“ in der Bibel folgende Erklärung: „Die gesamte mentale und moralische Handlung eines Menschen, sowohl die rationalen als auch die emotionalen Elemente. Mit anderen Worten wird das Herz als Symbol für die verborgenen Quellen des persönlichen Lebens benutzt“ Vine’s erklärt weiter, daß die Bibel zeigt, daß Sünde im Herzen entsteht, und: „Die Schrift sieht das Herz als den Raum göttlichen Einflusses an.“ Wenn die Bibel also die Wichtigkeit des Herzens beschreibt, sind unsere Motivation, unsere Leidenschaft, unser Antrieb, unser Intellekt und unsere Gefühle gemeint.

In dieser Hinsicht müssen wir uns als Menschen daran erinnern, daß unsere Beziehung zu Gott nicht nur eine emotionale Beziehung ist, nicht nur ein nettes Gefühl ohne Substanz. Auf der anderen Seite ist unsere Beziehung zum Vater nicht nur eine intellektuelle Übung, die Ansammlung von Wissen ohne Handlung oder Gefühl. Der Begriff „Herz“ umfaßt sowohl den emotionalen Eifer und die Leidenschaft für Gott und seinen Lebensweg, als auch die mentale Fähigkeit, Gottes Wahrheit zu begreifen und dieses göttliche Wissen in unserem persönlichen Leben umzusetzen. Diejenigen, die ihr Herz auf Gott richten und ihn mit ganzem Herzen suchen, werden Gott gefallen.

Wir müssen uns daran erinnern, daß wir die Herzen der Menschen bei unserer Arbeit, das Evangelium zu predigen, bewegen. Ob wir nun am Sabbat predigen, in der Sabbatschule unterrichten oder Bibelstudien durchführen, Artikel für unsere Publikationen schreiben, in unseren Sommerlagern unterrichten oder während der Sabbatversammlung Musikeinlagen geben, motivieren wir andere dabei zu göttlichen Handlungen? Natürlich können wir für niemanden eine Entscheidung treffen oder jemanden ändern. Wir können sie aber dazu bewegen und inspirieren, sich Gedanken zu machen und Änderungen vorzunehmen — genau wie Petrus es am Pfingsttag tat. Beinhalten unsere Botschaften eine große Dosis Inspiration, die andere auf richtige Art und Weise herausfordert?

Das Werk der Apostel setzt sich durch das ganze Buch der Apostelgeschichte fort. Es gibt dort einige Beispiele von Menschen, die durch ihr Predigen von dem Wort Gottes bewegt wurden. In Apostelgeschichte 4, Vers 4 glaubten noch mehr Menschen und die Zahl der getauften Männer stieg auf 5000 an. Ganze Menschenmengen folgten in Samaria den Dingen, die Philippus predigte (Apostelgeschichte 8,6). Im weiteren Verlauf des Kapitels wurden Menschen getauft. Die Heiden in Antiochien wollten mehr von Paulus und Barnabas hören, so daß fast die ganze Stadt herbeikam, um sie zu hören (Apostelgeschichte 13,42-49). An einigen Stellen in Apostelgeschichte finden wir das Wort „überzeugt“, das die Ergebnisse von Paulus Arbeit beschrieb. Sein Gebrauch der Bibel und sein Predigen überzeugten. Die Apostel predigten mit Eifer und Leidenschaft. Aber sie erklärten die Schrift auch logisch und systematisch. Selbst die Juden, die nicht glaubten, konnten ihre Botschaft anfechten.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben, daß wir klar erkennen, daß Gott den ersten Schritt tun muß, um jemanden zu rufen (Johannes 6,44). Die Predigt kann noch so inspiriert sein und wird doch keinen überzeugen, mit dem Gott nicht arbeitet (1. Korinther 2,14). Wir wissen auch, daß wir keine Entscheidung für eine Person treffen können, ob sie Gottes Berufung annimmt. Wir können aber immer unseren Eifer und unser Herz in die Verkündigungsarbeit legen. Wir können immer eine gesunde, geistliche Argumentation, gestützt auf eine solide Nachforschung und Bildung, zeigen. Mit einer guten Vorbereitung können wir überzeugen, wie die Apostel es taten, damit diejenigen, die gerufen werden „JA“ zu Gottes Einladung in seine Familie sagen.

Was können wir also tun? Wir können wir die Stufe der Inspiration und der Überzeugung für Gott und sein Werk in allem, was wir tun, anheben? Wir können wir uns darauf vorbereiten, nicht nur den Verstand, sondern auch das Herz derjenigen zu erreichen, die Gott ruft? Wir können wir sicher gehen, daß unser Herz erreicht wird?

1.      Beten und Fasten. Es gibt nichts anderes, als auf demütige, ergebene Weise zur Quelle — Gott dem Vater — zu kommen, um unseren geistlichen Enthusiasmus zu erneuern. Jesaja 58, Vers 8 zeigt ein Ergebnis der richtigen Art des Fastens: „Dann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Heilung wird schnell voranschreiten, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des HERRN wird deinen Zug beschließen.“ Uns wird gesagt: „Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist“ (Jakobus 5,16). Indem sie nahe bei Gott blieben, erhielten sich die Apostel ihren Eifer und ihren Mut für Gottes Werk (Apostelgeschichte 4,23-31).

2.      Gottes Verheißungen studieren. Es ist natürlich gut und richtig, die Bibel auf ihre Zurechtweisung hin zu studieren. Niemand von uns hat die Gerechtigkeit Christi erreicht. Wir haben alle noch sehr viel an uns zu arbeiten. Doch auch wenn wir uns nur auf das konzentrieren, was wir verändern müssen, können wir entmutigt werden. Schlimmer noch, wir können Gottes großes Werk, seinen Plan und seine Vision für uns aus den Augen verlieren. Er möchte, daß wir zu seiner Familie gehören! Er möchte, daß wir in das Reich Gottes kommen, ewig leben und zusammen mit Christus dienen! Er ist da, um uns auf jegliche Weise zu helfen. Lassen Sie uns das großartige Bild der Ewigkeit nicht aus den Augen verlieren, weil wir uns zu sehr auf die Gegenwart konzentrieren. Studieren sie Gottes Versprechen und wie die wunderbare Welt von Morgen wohl aussehen könnte.

3.      Unsere Botschaft mit Motivation und Überzeugung predigen. Nichts überzeugt mehr als eine Person, die von dem, was sie sagt, überzeugt ist. Begeisterung überträgt sich auf andere. Zusammen mit fundiertem Material, das sich auf das Wort Gottes gründet, sollten wir darauf schauen, daß unsere Predigten und Artikel ein Dringlichkeitsbewußtsein, Begeisterung, Eifer, Inspiration, Motivation, Herausforderung und Vision vermitteln. Intellektuelle Klarheit ersetzt nicht das überzeugende Predigen. Gottes Wahrheit ist inspirierend, und wir müssen sicher gehen, daß unser Leben und unsere Worte dies widerspiegeln.

Jeder in Gottes Kirche sollte dem Werk gegenüber, das Gott uns zu tun gegeben hat, ergeben und motiviert sein. Christus sagte uns sehr deutlich, was wir tun müssen: „Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur“ (Markus 16,15). „Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie ... und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe ...“ (Matthäus 28,19-20). Mit mehr als sechs Milliarden Menschen auf Erden ist uns eine große Aufgabe gegeben. Es gibt keinen Zweifel daran, daß wir nicht jedem ein Exemplar der Zeitschrift Gute Nachrichten in die Hand drücken können. Es ist aber ganz klar zu erkennen, daß Christus uns anwies, beim Predigen des Evangeliums nach außen gerichtet zu sein, um so vielen wie möglich das Evangelium vom Reich und dem Plan Gottes zu vermitteln. Während Gott für das Wachstum verantwortlich ist, sollen wir aktive und produktive Knechte sein.

Dies wird mein letzter Brief im Jahr 2002 sein. Ich wünsche jedem von Ihnen Gottes Segen für den Beginn von 2003. Bitte fahren sie vorsichtig in den kommenden Wintermonaten.

                                                                        Im Dienste Jesu Christi

Roy Holladay

© 2002 Vereinte Kirche Gottes